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Kulturdezernent Jo Dreiseitel - Thesen zum Kulturprofil

26.01.1007 | [PDF]

These 1: Kultur und Stadtimage
These 2: Die Künste in Rüsselsheim
These 3: Bürgerschaftliches Engagement und Soziokultur in Rüsselsheim
These 4: Migration und Kultur
These 5: Kulturelle Bildung
These 6: Kultur für die Stadtentwicklung

These 1: Kultur und Stadtimage
Rüsselsheim befindet sich im Umbruch. Der Strukturwandel ist durch den Abbau von industriellen Arbeitsplätzen und die gleichzeitige Ansiedlung von Forschung, Entwicklung und Design, v.a. in der Automobilindustrie, gekennzeichnet.

Der Strukturwandel von der Industrie- zur Dienstleistungsstadt fordert die Herausbildung einer neuen städtischen Identität. Dies ist auch eine kulturpolitische Aufgabe.

Rüsselsheim strebt ein modernes kulturelles Profil nach außen an. Dies soll mit innovativen Formaten in den Bereichen Jazz sowie bildender und angewandter Kunst (Design) erreicht werden. Auch bewährte Angebote der Stadt werden fortgeführt.

In der Kulturregion RheinMain strebt Rüsselsheim eine freiwillige regionale Kooperation an. Die Planungs- und Programmautonomie der Kommunen muss sichergestellt sein.

Rüsselsheim steht bei der Standortvermarktung in Konkur-renz mit anderen Städten. Kultur und Bildung sind Faktoren, die eine Ansiedlung von Betrieben ebenso wie den Zuzug positiv beeinflussen. Um das bestmögliche Ergebnis für Rüsselsheim zu erreichen, müssen Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und der Eigenbetrieb Bildung und Kultur gleichberechtigt zusammenarbeiten.


These 2: Die Künste in Rüsselsheim [nach oben]
Ein Schwerpunkt der Kulturförderung liegt in der Auseinandersetzung mit bildender Kunst. Opelvillen und Kunstverein strahlen weit über die Stadt hinaus. Rüsselsheim wird immer mehr zum Zentrum von Industriedesign. Stärker als derzeit soll in Zukunft der Sektor angewandte Kunst mit diesem Sektor verzahnt werden.

Das Theater bietet ein etabliertes und erfolgreiches Programm. Es hat weitere Potentiale. Kinder- und Jugendtheater kann einer der Schwerpunkte sein, in dem sich die Arbeit des Theaters entfaltet.


Änderungsvorschlag zu These 3These 3: Bürgerschaftliches Engagement und Soziokultur in Rüsselsheim [nach oben]
Kultur lebt auch aus der Eigentätigkeit der Rüsselsheimerinnen und Rüsselsheimer. Ein aktives kulturelles Vereinsleben zeichnet die Stadt aus. Die Förderung solcher Aktivitäten bleibt ein Schwerpunkt der kommunalen Kulturpolitik.

Die mit der Stadt fest verbundenen Musik- und Schauspielensembles, Kinder- und Jugendkunst und das Kulturzentrum „das Rind“ bieten ein Programm für unterschiedliche kulturelle und soziale Milieus in Rüsselsheim. Die Erlebbarkeit der Stadtgesellschaft vermittelt im Besonderen der Kultursommer.


These 4: Migration und Kultur [nach oben]
Multikulturalität prägt die Rüsselsheimer Stadtgesellschaft. Sie muss mehr als bisher in den Fokus der Kulturpolitik rücken. Die Vielfalt und Vielzahl der Herkunftskulturen ist ein noch nicht gehobener kultureller Schatz und kann unser Gemeinwesen bereichern.

Kulturförderung in Rüsselsheim wird Schwerpunkte auf die künstlerische Nachwuchsförderung und auf kulturelle Initiativen von Migrantinnen und Migranten legen. Ästhetische Bildung ist für das Verstehen des Zusammenlebens in Rüsselsheim eine wichtige Voraussetzung. Die Stadt will sich damit profilieren, dass sie die ästhetische Bildung aller Kinder und Jugendlichen, gleich welcher Herkunft, mit frischen Konzepten fördert.


These 5: Kulturelle Bildung [nach oben]
Rüsselsheim entwickelt innovative Konzepte in der kulturellen Bildung. Die Stadt strebt an, regional, national und international zu einem Zentrum kreativer Kultur- und Theaterarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Migranten zu werden.

Die Rahmenbedingungen hierfür sind gegeben. Rüsselsheim verfügt mit seinen Einrichtungen Theater, vhs, Stadtbücherei, Kulturamt, Musikschule und Museum über Institutionen und Potenziale, um in diesem Sinne zu wirken. In dieselbe Richtung ist die Kulturarbeit der Initiativen, Vereine, Künstlerinnen und Künstler zu fördern.


„Hauptstadt der Route der Industriekultur“ von Achim Weidner

Stellungnahme Dr. Peter Schirmbeck
These 6: Kultur für die Stadtentwicklung
[nach oben]
Die Rüsselsheimer Kulturpolitik leistet einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung der Stadt zu einem Standort für Industrie, Forschung und Dienstleistung. Das Opel-Forum wird in den kommenden Jahren wichtige Impulse in Rüsselsheim setzen. Kultur muss bei der Gestaltung eigene Nutzungskonzepte einbringen, wenn dies gelingen soll. Kultur fördert die Attraktivität im Zentrum der Stadt. Deswegen wird es ein Ziel sein, städtische Bildungs- und Kultureinrichtungen wie auch kulturwirtschaftliche Betriebe im Stadtzentrum anzusiedeln.

Die kulturelle Planung in der Innenstadt knüpft an die Geschichte der Industriestadt an, ist offen für die Multikulturalität der Bevölkerung und vor allem für die Zukunft als Stadt mit hoher Lebensqualität. Kulturpolitik in Rüsselsheim gestaltet, begleitet und fördert kulturelle Angebote, die dieser komplexen Lage entsprechen. Dazu gehören u. a. die „Route der Industriekultur“, kulturwirtschaftliche Angebote für Design, das Classicmuseum, kulturelle und kulturwirtschaftliche Nutzungskonzepte für das Opel-Forum, eine kulturelle und gastronomische Nutzung der „Schauburg“ als neues innerstädtisches Kraftfeld.

Eine Förderung von Kulturwirtschaft wird erst in Abstimmung mit öffentlicher Kultur wirkungsvoll. Die Basis jeder Förderpolitik ist eine Bestandsaufnahme der Kulturwirtschaft in Rüsselsheim, zu der ich Industriedesign, Entertainment- und Eventindustrie, Werbewirtschaft, betriebliche Dienstleistungen für die Kultur und anderes mehr zähle.